Live-Communication
08.02.2010. Auf geteiltes Echo ist die zum 1. Februar gestartete Online-Plattform „Eventpreisbrecher“ gestoßen. Initiator und Inhaber der Eventagentur Brot und Spiele, Peter Cramer, will nach eigenen Angaben auf diesem Portal „Basisleistungen einer Eventagentur zu einem günstigen Festpreis anbieten“. Kritiker befürchten eine „Aldisierung“ des Eventmarktes. Ungeachtet dessen ist der Preis, angesichts gekürzter Budgets, schon heute häufig die alles entscheidende Größe bei der Vergabe von Projekten.
Kunden bekommen laut Cramer ein Konzept, ein Angebot, eine Präsentation und bei Auftragserteilung die Umsetzung. Etwaige benötigte Fremdleistungen werden je nach Budgetlage und Wunsch des Kunden hinzugekauft – nach Angaben des Gründers ohne Aufschlag von Provisionen seitens der Agentur. So kostet beispielsweise die Konzeption und die Organisation eines Events in Hamburg, für bis zu 100 Teilnehmern, 980 Euro (netto). Hinzu kommen die Fremdkosten und auf Wunsch die Eventdurchführung vor Ort. Dabei ist die Dauer des Events unerheblich.
Das Konzept hat bereits eine bewegte Debatte im www.daseventblog.de losgetreten, die zeigt, wie gespalten Experten sind. So kritisiert Eventexperte und Berater Wolf Rübner im Blog: „Die erste Low-Cost-Agentur ist da! (…) Die Aldisierung des Agenturgeschäfts finde ich wenig gelungen und widerspricht völlig ihrem Grundgedanken von individueller Beratung, Qualität und Problemlösung.“
Andere dagegen begrüßen den Schritt wie Bernd Fritzges, Senior Sales & Key Account Manager bei Intergerma: „Dem Model kann ich nur zustimmen, da wir bei Intergerma ein ähnliches „Baukasten-Prinzip” für Eventleistungen anbieten. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Absolute Kostentransparenz und keine „verschleierten” Kalkulationen.“
Die Debatte zeigt auf jeden Fall eines: Es herrscht große Unsicherheit, was die Angemessenheit von Kosten und Leistungen hinsichtlich Events betrifft. Event-Agenturen werden also in Zukunft vermutlich ihre Kosten besser aufschlüsseln und transparente Abrechnungssysteme schaffen müssen, um das Vertrauen ihrer Kunden wieder zu gewinnen. Damit sind die Eventler allerdings in bester Gesellschaft, denn auch Media- oder Kreativagenturen verspüren derzeit größeren Druck, ihre Leistungen transparenter zu machen oder gar rechtfertigen zu müssen.
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