Vertrieb
08.01.2010. Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien und China werden als Automobilmärkte im Zuge der gegenwärtigen Krise deutlich an Bedeutung gewinnen. Das ergab eine internationale Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter 200 führenden Vertretern der Automobil- und Zulieferindustrie.
Beispielsweise habe mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen vor, in den kommenden fünf Jahren erstmals oder verstärkt auf dem chinesischen Markt zu investieren (58,5 Prozent) und würden 43 Prozent dies in Indien tun wollen. Als attraktive Märkte würden bei den befragten Unternehmen auch Russland und Brasilien gelten, wo ein Drittel beziehungsweise ein Viertel der Befragten in den kommenden fünf Jahren erstmals investieren oder sein Engagement verstärken möchte.
Allerdings befürchte jeweils rund die Hälfte der Unternehmen, dass in Brasilien, Russland und China spätestens in drei bis fünf Jahren Überkapazitäten auftreten. Für Indien gehe jeder Dritte davon aus, und zwölf Prozent der Experten wollten schon heute Überkapazitäten in Russland ausgemacht haben. Obwohl die Produktionszahlen in traditionellen Märkten bereits zurückgefahren worden seien, glaubten 80 Prozent der Befragten, dass es derzeit auch in Westeuropa Überkapazitäten gebe. Diese bewegen sich nach Ansicht von zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer zwischen elf und 30 Prozent, wobei weitere 14 Prozent sogar von noch höheren Werten ausgingen. Auf dem nordamerikanischen Markt sähen 88 Prozent der Experten die Kapazitäten als überschritten an und damit fast ebenso viele in Japan.
Zulieferer sollen laut der Hälfte der Befragten in den kommenden fünf Jahren „etwas“ oder „deutlich“ weniger profitabel sein als bisher. Jeder Dritte sei der Meinung, dass auch Hersteller und Händler mit rückläufigen Profiten werden rechnen müssen. Lediglich für Finanzdienstleister der Autokonzerne bewerteten die Befragten die Lage vergleichsweise optimistisch. In diesem Segment rechnen 40 Prozent der Branchenexperten bis 2014 mit leicht oder deutlich steigenden Profiten. Am besten werden die Situation voraussichtlich Unternehmen meistern, denen es gelingt, möglichst viele Stufen der Wertschöpfungskette selbst abzudecken. Möglichkeiten zu Einsparungen bestünden vor allem im Einsatz innovativer Materialien und durch die Verlagerung von Kapazitäten in Länder mit niedrigeren Kosten.
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