Konsum
10.12.2009. Während im Frühjahr noch 57 Prozent der Deutschen Angst vor der Zukunft gehabt haben, ist dieser Wert nun auf unter 40 Prozent gefallen und damit der niedrigste in ganz Europa. Diesen Trend spiegeln auch die Konsumabsichten wider, wie eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) belegt, für die weltweit mehr als 8000 Verbraucher, darunter rund 1000 Deutsche, befragt wurden.
Zwar würden immer noch 52 Prozent der Deutschen planen, nicht lebensnotwendige Ausgaben einzuschränken, doch sei dieser Wert gegenüber dem Frühjahr 2009 um zwölf Prozent gesunken. „Prassen und Protzen ist out. Stattdessen nimmt die Bedeutung der Familie zu – und Schlichtheit scheint plötzlich attraktiv", sagt Catherine Roche, Geschäftsführerin von BCG. Die Krise ändere die Auffassung vieler Menschen darüber, was für sie wirklich wichtig ist, darum würden sie auch ihr Einkaufsverhalten anpassen. Beispielsweise hätten knapp 70 Prozent der Deutschen angegeben, aufgrund der Krise mehr auf Sonderangebote zu achten, mithilfe des Internets nach günstigeren Preisen zu suchen und insgesamt mehr Zeit damit zu verbringen, das beste Angebot zu finden.
Rund zwei Drittel würden sich für günstigere Marken entscheiden und 60 Prozent weniger luxuriöse Produkte kaufen als zuvor. Mit Blick auf die einzelnen Produktkategorien reduzieren Deutsche Ausgaben eigenen Angaben zufolge vor allem bei Luxusgütern (53 Prozent), Restaurantbesuchen (49 Prozent) und Urlaubsreisen (45 Prozent). Lebensmittel seien insgesamt deutlich weniger von Sparmaßnahmen betroffen, wobei Snacks mit 41 Prozent an der Spitze lägen, gefolgt von Spirituosen (35 Prozent) und Schokolade (28 Prozent).
„Im Vergleich mit anderen Ländern sind Konsumausgaben und -verhalten in Deutschland jedoch weiterhin recht stabil", betont Roche. Denn in Japan sei die Zahl der Konsumenten, die ihre Ausgaben für nicht lebensnotwendige Produkte kürzen wollen, um 15 Punkte auf 62 Prozent gestiegen und auch in Spanien hätten acht von zehn Befragten über Zukunftsängste geklagt. Insgesamt würden Bewohner anderer Länder momentan mehr nach Einsparmöglichkeiten suchen als die Deutschen. Beispielsweise würden 73 Prozent der Japaner aufgrund der Krise mehr auf günstige Eigenmarken der Händler zurückgreifen, wobei dies in Deutschland lediglich auf 44 Prozent zutreffe. Zudem würden in Spanien 82 Prozent mehr auf Sonderangebote achten als vor der Krise, wobei das in der Bundesrepublik nur für 69 Prozent gelte.
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