Konjunktur
26.10.2009. Das Konsumklima hat nach der Gesellschaft-für-Konsumforschung-(GfK)-Studie „Konsumklima Maxx" für Oktober 2009 im Herbst einen leichten Dämpfer erhalten. Einbußen hätten danach sowohl die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung hinnehmen müssen. Demgegenüber könne die Konjunkturerwartung ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Der Gesamtindikator prognostiziere nach revidiert 4,2 Zählern im Oktober einen Wert von 4,0 Punkten für November.
Dass Konjunkturaussichten optimistischer beurteilt werden, sei auf Meldungen der vergangenen Wochen zurückzuführen, wonach sich die Konjunktur in Deutschland schneller erholen könnte als bislang prognostiziert. Allerdings würden die Bundesbürger ihre eigene wirtschaftliche Lage etwas weniger zuversichtlich betrachten, obwohl der befürchtete Einbruch bei der Beschäftigung bislang ausgeblieben sei. Der Aufwärtstrend bei den Konjunkturerwartungen der Bundesbürger bleibe im Herbst jedoch ungebrochen, wobei der Indikator im Oktober um 5 Punkte zulege und nun 8,7 Zähler aufweise. Das entspreche bereits dem siebten Anstieg in Folge. Konsumenten würden zunehmend davon ausgehen, dass der konjunkturelle Erholungsprozess doch etwas schneller einsetzen wird als noch vor einigen Monaten erhofft. Das Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechne inzwischen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5 Prozent sinken und im kommenden Jahr sogar um 1,2 Prozent wachsen wird.
Die Anschaffungsneigung könne ihr bisheriges Niveau zwar nicht länger halten, wobei der Indikator ein Minus von rund 10 Punkten hinnehmen müsse, doch weise er mit einem Wert von 26,1 Punkten dennoch einen vergleichsweise guten Wert auf. Dies belege auch die Tatsache, dass die Konsumneigung derzeit mehr als 44 Punkte über ihrem entsprechenden Vorjahresstand liegt. Der Rückgang sei einerseits auf die gemäßigten Einkommenserwartungen und andererseits auf die sich nicht mehr weiter reduzierenden Preiserwartungen der Konsumenten zurückzuführen. Hier sei offenbar ein Wendepunkt erreicht. Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten wieder in den positiven Bereich wandern, wofür vor allem die Energiepreise verantwortlich sein sollen. Schließlich sei mit dem Auslaufen der Abwrackprämie eine weitere Stütze der Konsumneigung weggebrochen. Durch das ruhige Preisklima sowie vielen subventionierten Autokäufe habe sich der Indikator in den vergangenen Monaten erfreulich entwickelt.
Zwar müsse das Konsumklima zum ersten Mal seit September 2008 wieder einen Rückgang hinnehmen, doch bleibe der Indikator deutlich im positiven Bereich. Die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft bleibe trotz dieses kleinen Rückschlags der private Konsum. Investitionen und Exporte würden 2009 dagegen mit einem dicken Minus abschließen. Zudem bleibe abzuwarten, ob der private Konsum diese stützende Funktion auch im kommenden Jahr erfüllen kann. Aufgrund der leicht aufgehellten Konjunkturaussichten für 2010 sei allerdings zu hoffen, dass der ursprünglich befürchtete Einbruch bei der Beschäftigung ausbleibt und die Arbeitslosigkeit weniger stark ansteigt als vorhergesagt.
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