Absatzwirtschaft Nr. 01/02 vom 25.01.2010 Seite 008
Global Marketing -> News
Kommentar: Eine seltsame Ergotherapie
Marken stehen für Werte und Emotionen.
Das spürt der Vorstand der Ergo Versicherungsgruppe spätestens seit seiner Entscheidung, Hamburg-Mannheimer und Victoria vom Markt zu nehmen (lesen Sie bitte dazu "Im Schnellschuss Werte liquidiert" auf Seite 42).
Marketingexperten üben scharfe Kritik, auf Arbeitnehmerseite formiert sich sogar Widerstand.
Der Vorgang mutet an wie ein weiteres Lehrstück für ahnungsloses Marketingmanagement und ohnmächtiges Aufsichtsratsmandat.
Er steht aber mindestens für schlechte bis ungeschickte Kommunikation.
Wer mit Beteiligten im Konzern spricht, gewinnt den Eindruck: Der Holding-Vorstand hat ohne fundierte Markenbewertung und Dialogbereitschaft, geradezu hastig und im Elfenbeinturm, ein folgenreiches Aus beschlossen.
An der Spitze darf sich Ergo-Chef Dr.
Torsten Oletzky nicht wundern, wenn ihm intern die Gefolgschaft verweigert wird.
Peinlich gar, dass Vertriebsvorstand Jürgen Vetter kurz zuvor noch im Interview ausgerechnet das Hohelied auf die Mehrmarkenstrategie singt.
Ob ihm jetzt noch jemand glaubt, dass es keine Schließungen von Agenturen geben soll?
Dieser Markentod offenbart nichts Positives: Versicherungsvermittler, die verstärkt an der Vertriebsfront gefragt wären, sind frustriert.
Ob Kunden den Abschied von ihren Traditionsmarken samt den von ihrem Herrn Kaiser mittragen, ist zumindest fraglich.
Teuer wird der Umbau und der Aufbau der blassen Marke Ergo auf jeden Fall.
Eine seltsame Ergotherapie.
Thorsten Garber <-
| Descriptoren: | Markenpolitik Werbung und Marketing
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing
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| Datum: | 25.01.2010 00:00:00 |
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