Absatzwirtschaft Nr. 09 vom 25.08.2010 Seite 026
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"Es lohnt, Blicke auf Mikrotrends zu werfen"
Mikrotrends sind Produkte eines neuen, vernetzten Weltzustandes.
Diesen Eindruck vermitteln Ergebnisse der Studie "Mikrotrends für Macher, Marketing und Management" der Zukunftsinstitut GmbH.
Lebensstilforscher Oliver Dziemba erläutert im Interview, wie sich Kunden durch umgesetzte Kreativitätstrends in Kaufstimmung versetzen lassen.
Herr Dziemba, die Cradle-to-Cradle- ("von der Wiege zur Wiege")-Bewegung ist einer der zu beachtenden Mikrotrends.
Der Ansatz kündet von mehr intelligenten Produkten, die keinen Müll mehr produzieren oder "mehrere Leben" haben.
Inwiefern unterscheidet sich dieser vom Trend zur Nachhaltigkeit, und wie sollten Unternehmen die Bewegung bedienen?
OLIVER DZIEMBA: Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, meinen wir damit nicht die Verzichtsideologie der vergangenen Ökobewegungen.
Konsum und ökologische Verantwortung sind keine Gegensätze mehr.
Um umweltbewusst und moralisch zu handeln, wollen die Neo-Ökos nicht weniger kaufen und nur verzichten müssen.
Dass Unternehmen nun anfangen, ihre Wertschöpfung neu zu denken und Produkte nachhaltiger zu konzipieren, ist eine logische Konsequenz dieses Bedürfniswandels.
Welche Branchen machen sich Mikrotrends bereits zunutze, und wo könnten diese noch mehr angewendet werden?
DZIEMBA: Prinzipiell lohnt es sich für alle Branchen, einen Blick auf die Mikrotrends zu werfen.
Diese sind letztlich der konkrete Ausdruck kreativer und innovativer Ideen von Unternehmern, die mutig genug waren, neue Wege zu gehen, um sich von ihren Konkurrenten abzuheben.
Was empfehlen Sie, um die iPhone-Generation wieder mehr vom stationären Handel zu begeistern?
DZIEMBA: Smartphones und Apps bieten Möglichkeiten, aus beiden Welten das Beste zusammenzuführen und Kunden wieder zurück zum Point of Sale zu locken.
Dort können ihnen die nötigen Argumente geliefert werden, die sie zum Kauf bewegen; sei es durch Online-Terminals, digitale Rabattmarken oder durch gute Beratung.
Eine Prognose Ihrer Studie lautet auch, dass Unternehmen sich immer weniger nur für maximale Reichweitengenerierung interessieren werden.
Welche Eckdaten von Verbrauchern lohnen sich stattdessen zu betrachten?
DZIEMBA: Künftig gilt es nicht, möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen, sondern möglichst viele der potenziellen Kunden intensiv, persönlich und wirkungsvoll anzusprechen und zu involvieren.
Was zählt aus Ihrer Sicht am meisten, um Marken für die Zukunft fit zu machen?
DZIEMBA: Frühzeitig mit Konsumenten in Kontakt treten und einen offenen und ehrlichen Dialog führen.
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Die Fragen stellte Martina Monsees
| Descriptoren: | Interview Marktforschung Werbung und Marketing
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing
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| Datum: | 25.08.2010 00:00:00 |
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